Direkter Handel
ist fairer

Direkter Handel
ist fairer

Fairtrade-Zertifikate sind ein guter erster Schritt zum fairen Handel – so sehen wir das. Aber einfach hier in der Schweiz zertifizierten Kaffee beim Importeur kaufen und darauf vertrauen, dass die Kaffeebauern durch das Fairtrade-System schon genug abbekommen, das wollen wir nicht.
Wir wollen die Menschen kennen, die unseren Kaffee anbauen – persönlich. Und wir wollen sicherstellen, dass so viel Geld wie möglich bei denen bleibt, die im wahrsten Sinne des Wortes Wert schöpfen in der Wertschöpfungskette.

Bild Direkte Beziehung mit Kleinbauern

Direkte Beziehung statt Mittelsmänner

Internationaler Handel ist fast niemals direkt: Zwischen Hersteller und Konsumenten tummeln sich eine Vielzahl an Mittelsmännern, die sich für ihre Dienstleistung natürlich immer auch etwas vom Profit abzwacken. Beim Kaffee führt das zum Beispiel dazu, dass die Kaffeeaufkäufer sich Goldkettchen und Autos leisten können, während die Bauern nur gerade so über die Runden kommen. Dabei haben sie das ganze Jahr für die Ernte gearbeitet und müssen auch das ganze Jahr ihre Familie davon ernähren!

Bei uns ist das anders. Wir handeln direkt mit den Kleinbauern. So kommt am meisten bei ihnen an.

Je direkter desto besser

Auf je mehr Mittelsmänner wir verzichten, desto mehr bleibt bei den Bauern. Und wenn man genau darüber nachdenkt, dann ist die Fairtrade-Organisation letztendlich auch nur so etwas wie ein Mittelsmann. Die Zertifizierung ist für viele Bauern schlicht zu teuer. Bei unserem ersten Import hatten wir uns dazu entschieden, mit einer Fairtrade-Kooperative zusammenarbeiten – um sicher zu gehen sozusagen. Seit dem zweiten Jahr unseres Bestehens arbeiten wir aber mit zertifizierten genauso wie mit nicht-zertifizierten Kooperativen zusammen. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen unterscheiden sich nicht.

Wer Kaffee von Kleinbauernfamilien kauft, finanziert damit die Schuluniform eines Kindes statt den Pool eines Plantagenbesitzers.

Die Organisation in Kooperativen hilft den Bauern dreifach: Erstens können sie zusammen grössere Investitionen wie die in eine Nassmühle schultern, die allen ein höheres Einkommen ermöglicht. Und zweitens haben Kaffeebauern eigentlich nur einmal im Jahr – während der Kaffeeernte – Einnahmen. Die Kooperative zahlt aber zusätzlich nach Verkauf des Kaffees ihre Dividende aus und hilft den Bauern so, besser zu wirtschaften. Wichtig ist der Zusammenschluss aber auch für die Verhandlungsposition: die ist als Gemeinschaft deutlich besser.

Faire Preise

Der Preis, den wir für unseren Kaffee zahlen, wird nicht in New York auf der Börse festgelegt, sondern in einem persönlichen Gespräch mit den Bauern vor Ort. Die extrem hohe Qualität des Kaffees, die zu einem Gutteil von der Arbeit der Bauern abhängt, ist für den Preis entscheidend. Und keiner weiss das besser als die Bauern selbst, denn noch vor einigen Jahren verkauften sie ihren Kaffee kaum weiterverarbeitet auf dem lokalen Markt:

“Vorher haben wir unseren Kaffee für 1,5 bis 2 Birr verkauft.
Jetzt bekommen wir dafür 10 bis 15”.

Das erzählte uns zum Beispiel Kedir Aba Megal. Eine Verzehnfachung des Preises – auch, weil ein weiterer Schritt in der Wertschöpfungskette nun von den Bauern übernommen wird: Sie waschen und trocknen den Kaffee selbst. Rund ein Viertel unseres Verkaufspreises bleibt so in Äthiopien.

Transparenz statt anonymes Label

Für ein Zertifikat zu bezahlen ist natürlich eigentlich bequemer, als so eine Geschichte wie die von Kedir direkt erzählt zu bekommen – denn ohne stundenlange Fahrten auf staubigen Buckelpisten geht sowas nicht. Trotzdem vertrauen wir lieber auf unsere eigenen Augen und Ohren, als auf anonyme Labels. Und wir hoffen, dass die Kaffeetrinker in der Schweiz uns auf diesem Weg folgen: Buchstäblich. Denn dieses Jahr nehmen wir nun schon das dritte Mal fünf bis zehn Begeisterte mit nach Westäthiopien zu den Kaffeebauern. Hast Du Lust mitzukommen? Hier erfährst Du mehr.

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